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Orthetik

Untere Extremität

Untere Extremität

Sowohl im Bereich der Sprunggelenke, als auch im Bereich der Kniegelenke haben wir von Haas Das Sanitätshaus viele Möglichkeiten die individuelle Versorgung von Patienten zu optimieren. Lähmungsorthesen, die dem Namen entsprechend bei einer Lähmung der unteren Extremität eingesetzt werden, übernehmen Funktionen, die das betroffene Bein nicht selbst ausführen kann. Das kann z. B. das Anheben des Fußes oder die Sicherung des Knies gegen ungewolltes Einknicken sein, was im ungünstigsten Fall zum Sturz führt. Da durch Lähmungen einzelner Fuß- und Beinmuskeln ausgleichende Bewegungen vorgenommen werden, um die eingeschränkten Funktionen zu kompensieren, kann es zu Fehlstellungen kommen. Das Tragen von Orthesen kann diese Folgeschäden vermeiden oder limitieren.

Welche Funktion die maßgefertigte Orthese erfüllt, ist individuell abhängig von Ihren Bedürfnissen, den vorherrschenden Einschränkungen und den erhaltenen Fähigkeiten. Wie diese Voraussetzungen im Detail aussehen, werden bei interdisziplinären Gesprächen erfragt und gemeinsam erarbeitet: Wird vor allem Sicherheit beim Stehen benötigt? Soll die Mobilität verbessert werden? Ist eine fußhebende Unterstützung notwendig? All diese Fragen werden dann zusammen mit unseren Orthopädietechnikern, dem behandelnden Arzt und Ihrem Physiotherapeuten abgewogen, sodass die orthetische Versorgung bestmöglich geplant, gefertigt und eingesetzt werden kann.

Eine besondere Art der Fuß- bzw. Fußknöchelorthesen stellt die Versorgung nach Nancy Hilton dar. Diese Form der Versorgung setzt besondere Kenntnisse und Fähigkeiten unserer zertifizierten Orthopädietechniker voraus, da hierbei durch präzise, propreozeptive Bettungselemente eine bewusste Änderung des Muskeltonus, bewirkt.

Orthetik - Untere Extremität

Häufig gestellte Fragen

WELCHE VARIANTEN VON ORTHESENVERSORGUNGEN GIBT ES IM MASSGEFERTIGTEN BEREICH?

Die nachfolgend beschriebenen Varianten richten sich an der internationalen Nomenklatur aus. Eine Nomenklatur ist eine Sammlung von Benennungen und Fachausdrücken aus einem bestimmten Themen- oder Anwendungsgebiet, die für bestimmte Bereiche verbindlich ist.

FO = Fuß-Orthese (foot orthosis)

AFO = Sprunggelenk-Fuß-Orthese (ankle-foot orthosis)

DAFO = Dynamische Fuß-Orthesen (dynamic ankle-foot orthosis)

KO = Knie-Orthese (knee orthosis)

KAFO = Knie-Knöchel-Fuß-Orthese (knee-ankle-foot orthosis)

HpO = Hüft-Orthese (hip orthosis)

HKAFO = Hüft-Knie-Knöchel-Fuß-Orthese (hip-knee-ankle-foot orthosis)

WELCHE THERAPEUTISCHE WIRKSAMKEIT KÖNNEN MASSGEFERTIGTE ORTHESEN HABEN?

Die therapeutische Wirksamkeit von Orthesen ist abhängig von ihrer Konstruktion und den Gelenk- und Schienensystemen. Diese können folgende Merkmale aufweisen:

 Mobilität

Funktion

 Beweglich

Frei bewegliches Gelenk, ggf. mit Extensions- und Flexionsanschlag dienen der optimalen Gelenkführung.

 Sperrbar

Frei bewegliches Gelenk, jedoch mit manuell oder elektromechanisch betriebener Gelenksperre, die das Gelenk während der Belastungsphase sperrt und bei Bedarf, z.B. zum Setzen, gelöst werden kann und somit die Gelenkfunktion frei gibt.
Es dient der Stabilisierung, Entlastung und Stützung.

Einstellbart

Dieses Gelenk kann im Sinne einer gezielten Bewegungsabgrenzung eingestellt werden. Je nach Therapieverlauf kann die Gelenkbeweglichkeit von ganz gesperrt bis ganz frei eingestellt werden. Dorsalanschlag und Extensionsanschlag sind also veränderbar.
Es dient der Mobilisierung.

Dynamisch wirkend

Freibewegliches Gelenk, bei dem eine einstellbare Kraft die Bewegung oder ein Segment in eine bestimmte Richtung drückt.
Es dient dem Training zuvor versteifter Gelenke und zum Muskelaufbau bzw. zur Wiederherstellung einer physiologischen Gelenkstellung/Gelenkbeweglichkeit im Rahmen und zur Unterstützung physiotherapeutischer Behandlung, überwiegend bei Kindern.

Redressierend wirkend

Nicht freibewegliches Gelenk, bei dem der Grad der Gelenkbewegung durch Schrauben oder Rasten individuell erzwungen wird.
Dieses Gelenk dient der Quengelung (Redression) eines Gelenks im Rahmen und zur Unterstützung physiotherapeutischer Behandlungen.

 

BEI WELCHEN INDIKATIONEN BENÖTIGT MAN ORTHESEN FÜR DIE UNTERE EXTREMITÄT?

Im Folgenden haben wir Ihnen eine kurze Übersicht über die gängigsten Indikationen erstellt, bei denen Orthesen zur Sicherung des Therapieerfolgs verordnet werden können. Bitte beachten Sie hierbei, dass ausschließlich Ihr behandelnder Arzt für Diagnosen und die Verordnungen der hierfür benötigten Hilfsmittel befugt ist. Unsere Orthopädietechniker dürfen ausschließlich im interdisziplinären Dialog mit Ihrem Arzt und/oder dem behandelnden Therapeuten, Empfehlungen aussprechen.

 Indikation

Unsere Lösungen

  • Peroneusparese (Fallfuß)
  • Diabetisches Fußsyndrom
  • Bandrupturen des Sprunggelenkes
  • Fersenbeinfrakturen
  • Sichel-, Klumpfuß usw.
  • Vers. Lähmungen
  • Infantile Cerebralparese

Fuß- und Sprunggelenksorthesen
Peroneus-Orthesen
Diabetische Knöchel / Fußorthesen
Fersenentlastungsorthesen
Korrigierende Nachtlagerungsschalen
Bettende Nachtlagerungsschalen
TR-Ring Orthese

  • Pedale oder Apedale Cerebralparesen: Diplegien, Hemiplegien, Tetraplegien
  • Varus- und Valgusdeformitäten
  • Hypertonus
  • Hypertonie mit deutlicher Vorfuß- und Sprunggelenksinstabilität
  • Spina Bifida, Arthrogryposis, Muskeldystrophie

Dynamische Fuß-Orthesen (DAFO)
Nancy-Hilton-Orthesen

  • Seitenbandrupturen, Instabilitäten und Kreuzbanddefekte
  • Kniegelenkinstabilitäten
  • Lähmungen
  • Gonarthrose

Knie-Orthesen (KO)

  • Poliomyelitis
  • Gonarthrose
  • Paraplegie
  • Hypotonie
  • Muskeldystrophie
  • Muskeldystrophie
  • Multiple Sklerose (MS)   

Knie-Knöchel-Fuß-Orthesen (KAFO)

  • Hüft-Tep bzw. Revisionen
  • Luxation der Hüfte
  • Cox-Arthorse
  • Muskuläre Dysbalancen
  • Hüftdysplasie (bei Kindern)
  • Luxationsbereite oder –gefährdete Hüftgelenke
  • Reponierte Hüftluxationen

Hüft-Orthesen (HPO)
Tübinger-Hüftbeuge Schienen

 

  • Neurologische Erkrankungen
  • Muskelerkrankungen
  • Knochenerkrankungen (z.B. Glasknochen-Krankheit)
  • Spina Bifida
  • Dystrophie
  • Rückenmark-Schäden

Hüft Knie-Knöchel-Fuß-Orthesen (HKFO)
Reziproke-Gehorthesen

 

WAS SIND NANCY HILTON ORTHESEN UND WELCHE TECHNISCHEN MERKMALE ZEICHNEN EINE ORTHESENVERSORGUNG NACH DIESEM PRINZIP AUS?

Dynamische Fußorthesen, kurz DAFO, (Dynamic ankle foot orthesis), entstammen einem Konzept, das sich zur Versorgung bei der ICP (Infantile Cerebral Parese) aus den inhibitorischen (hemmenden) Gipsen entwickelt hat. Hierbei werden Materialien wie Polypropylen verwendet, die knöchelübergreifend, mit oder ohne Gelenke versehen werden. Die Versorgung mit dynamischen Orthesen ist als therapeutisches Hilfsmittel zu verstehen und nicht als rein technische Versorgung. Sie bedürfen daher aktive und kontinuierliche Therapie, um ihren maximalen Nutzen zu erzielen.

WELCHES ZIEL HAT DIE VERSORGUNG MIT EINER ORTHESE NACH NANCY HILTON?

Die Versorgung mit dynamischen Fußorthesen ist als Therapie zu verstehen und nicht als rein technische Versorgung. Daher ist ein großes Ziel der Versorgung die bedeutsame sensorische Informationen die mit stabiler Balance, Haltungskontrolle, und Übergangsbewegung verbunden ist, zu organisieren. Die Vorteile dieser Orthese sind, dass sie für Sprunggelenksstabilität sorgen, das Balancevermögen im Sitzen, Stehen sowie im Gehen deutlich verbessern. Sie können zudem in „normalen“ Schuhen getragen werden. Sie sorgen zusätzlich für die Limitation von Spastizitäten und ermöglichen dynamisches anstatt statisches Gehen.

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